Leitungssatzentwicklung bei Lauer & Weiss

„CASE“ oder „ACES“ – bei den OEMs ein brandheißes Thema! Autonomes Fahren, die Vernetzung des Fahrzeugs mit seiner Umwelt, hybride oder vollelektrische Antriebskonzepte: das elektrische Bordnetz hat sich dabei zum neuronalen Netz des Autos weiterentwickelt. Eine Vernetzung die immer weiter fortschreitet erhöht nicht nur die Komplexität, sondern macht auch die Entwicklung des Elektrik- und Elektroniknetzwerks immer anspruchsvoller.

Der elektrische Leitungssatz der Mittelklasse-Limousine eines beliebigen mitteleuropäischen Premium-OEM enthält nicht selten 3 bis 4 km Kabel und wiegt auch gerne mehr als 40kg. Er verbindet rund 100 Steuergeräte miteinander und diese ebenso mit einem Vielfachen an Sensoren und Aktoren. Bei X möglichen elektrisch relevanten Funktionen ergeben sich theoretisch (2^X)-1 Kombinationsmöglichkeiten. Bei nur 30 Funktionen sind das bereits über 1 Milliarde (!) Kombinationsmöglichkeiten. Um Kosten und Gewicht zu sparen, wird er deshalb hauptsächlich als kundenspezifischer Leitungssatz – kurz: KSL (oder auch: kundenspezifischer Kabelsatz KSK) ausgeführt. Dies bedeutet, dass ein Leitungssatz spezifisch für die individuelle Konfiguration jedes einzelnen Fahrzeuges hergestellt wird.

Diese Komplexität und Varianz lässt sich nur noch mittels Einsatz von Spezialisten gut beherrschen, erfordert dazu aber auch eine spezielle Toolkette schon bei der Entwicklung: man arbeitet zur Bauraumreservierung und Packaging in der Regel mit CATIA oder Siemens NX. Schaltpläne werden z.B. mit E3.Series erstellt und eine Freigabezeichnung mit modularisierter Schneideliste und Stückliste entsteht in LDorado. Zugänge zu Datenbanken der OEMs, wie z.B. Smaragd oder Connect, sind bei der Entwicklung unverzichtbar.

Die Fertigung eines Leitungssatzes hat immer noch eine bemerkenswert geringe Automatisierungstiefe, d.h. die global aufgestellten Kabelkonfektionäre produzieren überall dort, wo Stundenlöhne möglichst günstig sind. Kabelsätze für europäische OEMs werden in der Regel in Handarbeit in Osteuropa oder Nordafrika hergestellt. Die größte Anzahl der produzierten KSL (>90%) sind übrigens Einzelstücke, d.h. sie werden während der gesamten Produktionszeit nur ein einziges Mal gebaut.

Seit Mitte Januar gibt es nun den ersten Leitungssatzentwickler bei Lauer & Weiss. Im März kam die erste Verstärkung hinzu und Anfang April durften wir fünf weitere Mitglieder im Leitungssatzteam begrüßen. Alle haben schon viele Jahre zusammen in der Leitungssatzentwicklung gearbeitet und sich voller Tatendrang ans Werk gemacht. Organisatorisch ist die Leitungssatzentwicklung im Competence Center Triebstrang und E-Mobilität eingegliedert.

Wir freuen uns auf viele spannende Projekte sowie über den Zuwachs und die tatkräftige Unterstützung und wünschen allen neuen Kollegen einen guten Start bei Lauer & Weiss!

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Lauer & Weiss

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